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Der Traum der bleibt dt. OF
 
Österreich 1996 | 155 Minuten

 
Camera: Robert Angst
Editor: Eliska Stibrova

Im Nordosten Wiens, auf dem Gelände eines ehemaligen Trabrennplatzes, steht das größte in einem Stück errichtete Wohnhaus Österreichs mit über 2400 Wohnungen. 59 Stiegen führen mehr als 8000 Menschen über lange hallige Gänge in ihre Wohnzimmer: Wien Donaustadt – Rennbahnweg 27.
Als Frau Z. aus Meidling mit ihren 7 Kindern hier einzog, hat sie sich über die neue Wohnung gefreut. Zwei Kinder später, der jüngste war gerade sechs Wochen alt, war sie allein, wie viele andere Mütter hier. Sie lebt gerne hier, auch wenn für ihre Kinder das Aufwachsen sehr schwer war. · Frau G. verließ das Burgenland, nachdem durch einen Bauskandal der Traum vom eigenen Haus vorbei war. Sie lebt hier mit ihrem geschiedenen Mann nach wie vor in einer Wohnung. Seine Brutalität war der Scheidungsgrund. Es ist schön hier. · Frau W. hat vor Jahren gegen die Gemeinde Wien prozessiert. Darauf wurden fast 40 Millionen Schilling an überhöhten Mieten und Baukosten zurückbezahlt. Drei Leute kamen zu ihr, um sich dafür zu bedanken, im Dunkel der Nacht, damit sie niemand sieht. · Der Briefträger für die Stiegen 1-9 wundert sich über den schlechten Ruf dieser Wohnanlage, da er andere Siedlungen kennt, wo es ebenso zugeht. · Frau D. kam hierher, weil ihr damaliger Mann die Kinder misshandelte. Ihr Sohn fing mit Drogen an. Ihr neuer Lebensgefährte ist ein Jugoslawe. Sie ärgert sich, daß die Ausländer alles beanspruchen. · Derzeit wird das Haus generalsaniert. Tausende Fenster werden getauscht von Männern aus der Steiermark. Sie wohnen für einige Jahre hier, bis alle Fenster getauscht sind. · Fast 1800 Kinder und Jugendliche wohnen hier. Wenn sie ein Lagerfeuer machen wollen, ist das kriminell. · Herr D. ist Hausmeister und Bezirksvorsteher-Stellvertreter. Für ihn fehlt zum Glücklichsein eigentlich nur der U-Bahn-Anschluß.
Momentaufnahmen von insgesamt mehr als 20 Menschenleben, denen der Film nachgeht. Mosaiksteine. Die einzelnen Welten hinter den unzähligen Türen ergeben ein Gesamtbild der Gesellschaft hier mit ihren Verflechtungen nach außen. Was bedeutet es, in solch einer Anlage zu leben? Welche Zeit herrscht darin? Welcher Blick auf den Tag entsteht morgens beim Aufwachen?